Nur einmal nach vielen Jahrzehnten: Blüte und Frucht des Muriel-Schirmbambus Seltenes Ereignis im Botanischen Garten des Kärntner Botanikzentrums

//Nur einmal nach vielen Jahrzehnten: Blüte und Frucht des Muriel-Schirmbambus Seltenes Ereignis im Botanischen Garten des Kärntner Botanikzentrums

Nur einmal nach vielen Jahrzehnten: Blüte und Frucht des Muriel-Schirmbambus Seltenes Ereignis im Botanischen Garten des Kärntner Botanikzentrums

Ein „Jahrhundert-Ereignis“ im sprichwörtlichen Sinn findet derzeit im Japan-Quartier des Botanischen Gartens des Kärntner Botanikzentrums statt! Ein viele Jahrzehnte alter Muriel-Schirmbambus fruchtet zum ersten und wohl letzten Mal in seinem Leben. Die Blüten entwickelten sich im Frühling in so reichen Ständen, dass die Pflanze nach der Fruchtreife mit größter Wahrscheinlichkeit absterben wird. Diese Lebensform ist typisch für viele Bambus-Arten und kann auch in der Natur beobachtet werden.
Der Muriel-Schirmbambus wurde 1908 von Ernest Wilson von China in die USA und 1913 nach Europa gebracht. Nach Ernest Wilsons Wunsch wurde die Art nach seiner Tochter Muriel Wilson benannt. Die Pflanze ist nach botanischen Maßstäben also noch relativ neu in Mitteleuropa. Die Erforschung ihres extrem langen Fortpflanzungszykluses birgt für Botaniker die Problematik, exakte empirische Daten nur schwer erheben zu können. Auch der geduldigste Forscher kann durchaus schon in Pension sein, ehe der Bambus als sein Forschungsobjekt endlich blüht …
Fargesia murielae kann durch Rhizomteilung einfach vermehrt werden und wurde nach seiner Einfuhr in Europa in vielen europäischen Gärten ausgepflanzt. Möglicherweise stammt auch die Pflanze im Botanischen Garten Klagenfurt von dem ersten nach Europa gebrachten Klon ab. Sie wäre dann über 100 Jahre alt. Alle Klone blühen übrigens (mit einer „kleinen“ Unschärfe von 1 bis 2 Jahren) zur selben Zeit. Heuer wurden in Klagenfurt bereits Bambuspflanzen gesichtet, die plötzlich und unvermutet blühten. Die Vermutung liegt nahe, dass sie zur selben Sippe gehören, wie das Exemplar im Botanischen Garten.
Fargesia murielae bildet ein dickes, dicht verzweigtes Rhizom, das jährlich nur wenige Zentimeter wächst. Jede Verzweigung endet in einem mehre Meter hohen, verholzten Grashalm. Wie für Süßgräser typisch, ist auch dieser Halm rund, hohl und durch deutliche Knoten gegliedert.
Informationen zum Muriel-Schirmbambus finden Sie übrigens auch unter der Rubrik „Highlight aktuell“ auf der Website des Landesmuseums unter >Abteilungen >Botanik:
Zumeist tagesaktuell in Begleitung des Aufblühens einer jeweils besonders hervorgehobenen Art finden Sie an dieser Stelle kompakte Informationen zum jeweiligen Pflanzen-Highlight.
2018-07-02T09:32:17+00:00