Der Begriff Natur des Jahres befasst sich mit der Ernennung von verschiedenen Organismen um das Bewusstsein für bestimmte Arten oder Lebensräume zu schaffen bzw. auf deren Gefährdungen aufmerksam zu machen. An der Wahl zu Arten des Jahres sind je nach Organismengruppen unterschiedliche Organisationen beteiligt, wobei eine Nominierung einer Art nicht immer zu Jahresbeginn erfolgt.


Blume des Jahres: Langblättriger Ehrenpreis (Veronica maritima)

Der blau-lila leuchtende Ehrenpreis steht für den Schutz von naturnahen Flussauen, einer der am stärksten bedrohten Ökosysteme. Als seltene Auenpflanze und eine sogenannte Strompflanze breitet sich der Langblättrige Ehrenpreis über dem Wasser aus. Dies ist natürlich nur in unverdauten Flussbereichen möglich, wo genug Platz für den Fluss ist über die Ufer zu treten.


Flechte des Jahres: Fransen-Nabelflechte (Umbilicaria cylindrica)

Die graue bis weißlich-graue Flechte ist ein leicht kenntlicher Bewohner an Silikatfelsen (vor allem in höheren Lagen). Der annähernd rundliche, am Rand mit schwarzen Wimpern gesäumte Thallus der Flechte ist nur an einer Stelle am Untergrund befestigt. Auffällig sind die gerillten Apothecien (Fruchtkörper).


Fledermaus des Jahres: Kleine Hufeisennase

Die 4-7 Gramm schwere Fledermaus zählt zu den kleinsten heimischen Fledermausarten und nutzt vor allem Dachböden zur Aufzucht ihrer Jungen, während sie von November bis März in Höhlen, Stollen und Kellern Winterschlaf hält. Wälder, Heckenreichen und Streuobstwiesen dienen der Nahrungssuche. Durch Einsatz von Giften, Quartier- und Habitatsverluste im letzten Jahrhundert sank die Population der Kleinen Hufeisennase in vielen Gebieten Europas stark.


Fisch des Jahres: Wels (Silurus glanis)

Der Wels, welcher in Europa zu den populärsten Süßwasserfischen zählt, zählt zu den nacht- und dämmerungsaktiven Raubfischen. Nebst der traditionellen fischereilichen Bedeutung soll vor allem auf die aktuelle Bedrohung der Art und auf die Gefährdung ihres Lebensraums hingewiesen werden.


Moos des Jahres:  Echtes Apfelmoos (Bartramia pomiformis)

Das dichte, blau- bis gelbgrüne Moss wächst in dichten Polstern an Silikatfelsen vorwiegend in schattigen, luftfeuchten Lagen. Aus den 8-10 cm hohen Polstern erheben sich auf langen Stelen kugelige Kapseln. In Österreich gilt das Moos zwar nicht als gefährdet, trotzdem sollte auf den Schutz der wenigen Vorkommen im Flachland Wert gelegt werden.


Nutztier des Jahres: Österreichisch-Ungarischer Weißer Barockesel

Die Farbe Weiß war im Barock etwas ganz Besonderes. So galten weiße Tiere als „Lichtbringer“ und standen für das Gute. In diesen Zeitraum des Barock / Rokoko, wahrscheinlich noch wesentlich früher, fällt die Entstehung des Weißen Barockesels, der damals als Statussymbol gehalten wurde.


Pilz des Jahres: Gestielter Tannen-Schwarzborstling (Pseudoplectania melaena)

Der becher- bis tellerförmige, oliv- bis schwarzbrauner Fruchtkörper des Gespielten Tannen-Schwarzborstlings sitzt auf dünnen Stielen und hat einen Durchmesser von ca. 2 bis 6 cm. Er gilt in Österreich als stark gefährdet, da das benötigte Substrat (morsches, liegendes Tannen-Totholz) in den meisten bewirtschafteten Wäldern nur in unzureichenden Mengen vorhanden ist und hauptsächlich nur in naturnahen Wäldern zu finden ist.


Spinne des Jahres: Fettspinne (Steatoda bipunctata)

Die Fettspinne zählt zu der Familie der Haubennetzspinnen (Theridiidae) und kommt in allen Ländern Europas vor. Sie wurde als Spinne des Jahres gewählt, da sie einerseits in vielen Häusern zu finden und gut zu erkennen ist, andererseits ist sie ein gutes Beispiel für eine nicht gefährliche Haubennetzspinne.


Streuobst des Jahres: Salzburger Rosenstreifling

Die „Streuobstsorte des Jahres“ soll stellvertretend für alle gefährdeten Obstarten stehen und Botschafter der Vielfalt für 2018 sein. Diese Apfelsorte war im 19. Jahrhundert in vielen Salzburger Gärten weit verbreitet und verschwand danach mehr und mehr aus den bäuerlichen Obstgärten. Die schönen, roten Früchte sind vielfältig verwendbar, zum Beispiel zum Frischverzehr oder auch für die Verarbeitung zu Saft oder Most.


Tier des Jahres: Igel (Erinaceus europaeus)

Der dämmerungs- und nachtaktive Igel zählt zu den Winterschläfern und wurde aus seinen ursprünglichen Lebensräumen verdrängt und ist deshalb auf strukturreiche Gärten und Parks mit ausreichend Nahrung und Winterquartieren angewiesen. Er ist auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft.


Vogel des Jahres: Star (Sturnus vulgaris)

Der schwarze bis grauschwarze Star ist kleiner als die Amsel und hat einen relativ langen, geraden und spitzen gelben Schnabel. In Österreich kann man den Star in allen Bundesländern, vor allem außerhalb der alpinen lagen finden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und der direkten Verfolgung ist der Bestand seit den 60er Jahren deutlich zurückgegangen.


Weichtier des Jahres: Tigerschnegel

Der hauptsächlich nachtaktive Tigerschnegel ist in Mitteleuropa weit verbreitet und ist durch seine dunklen Flecken auf der Rückseite sehr auffällig. Die Schnecke ernährt sich hauptsächlich räuberisch und greift auch andere Nacktschnecken an. Der Schnelle ist deshalb kein Gartenschädling! Gefahr droht im vor allem durch die Verwendung von Schneckenkorn oder anderen Vernichtungsmitteln.


 

Für nähere Informationen: https://naturschutzbund.at/natur-des-jahres.html

Quelle: Naturschutzbund  Österreich