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  • Alternative zu Thuje, Kirschlorbeer & Glanzmispel

Man kennt sie mittlerweile aus fast jedem dritten Garten – Thujen, Kirschlorbeer oder Glanzmispeln bilden Hecken, durch die niemand durchsieht, niemand drüber kommt und auch die Biodiversität nicht viel davon profitiert. Wirft man einen Blick über den Tellerrand, wird man rasch fündig und entdeckt Heckenpflanzen, welche man nicht primär als solche annimmt. Interessant sind vor allem Gehölze, die trotz Rückschnitt blühen und Früchte tragen. Grund dafür ist die Blüte auf dem mehrjährigen Holz oder ein möglicher Schnitt noch nach der Blütezeit. Spannend zu verwenden sind auch Gehölze mit starker Herbstfärbung oder farbiger Rinde. Folgend präsentieren wir ausgewählte Pflanzen, die sich für eine Alternative zu den genannten drei Pflanzen eignen. 

HOHE HECKEN

Französischer Ahorn (Acer monspessulanum) – wächst langsamer als der Feld-Ahorn (Acer campestre). Er eignet sich für schmale und hohe Hecken, verträgt Hitze und Trockenheit sehr gut.

Stiel-Eiche (Quercus robur) – Ähnlich, wie bei der Rot-Buche denkt man bei der Stiel-Eiche nicht unbedingt an eine Hecke. Doch jung gepflanzt verzweigt sie sich gut und lässt sich gut zu einer dichten Hecke formen. Auch ihre Blätter bleiben dürr an den Ästen und bieten so Wind- und Sichtschutz in den kalten Monaten. Die Stieleiche braucht durchlässigen Boden und einen sonnigen Standort, da sie sonst verkahlt.

Rot-Buche (Fagus sylvatica) – Bei der Rot-Buche hat man das Bild eines stattlichen und hohen Baumes im Kopf, doch auch dieses Gehölz lässt sich als Hecke ziehen. Vor allem hohe Windschutzhecken lassen sich aus Rot-Buchen oder Hainbuchen (Carpinus betulus) gewinnen. Beide behalten das dürre Laub im Winter an den Ästen und bieten auch über die Wintermonate einen teilweisen Wind- und Sichtschutz.

Gewöhnliche Stechpalme (Ilex quifolium) – Die Gewöhnliche Stechpalme ist ein immergrünes Gehölz, das sehr schnittverträglich und dichtwachsend ist. Man kann sie sogar auf den Stock setzen und die Hecke somit gänzlich erneuern. Wie das Pfaffenhütchen, benötigt auch die Stechpalme einen eher feuchten und nährstoffreichen Boden. Die dekorativen roten Früchte erhalten Sie auf den Sträuchern, wenn Sie weibliche und männliche Pflanzen in die Hecke integrieren.

Haselnuss (Coryllus avellana) – Der bekannte und rasch wüchsige Nussstrauch ist anspruchslos, freut sich aber über einen sonnigen, leicht schattigen Standort. Er lässt sich in einer Hecke mit Rot-Buche und Ahorn gut kombinieren. Seine gelbe Herbstfärbung lässt ihn im Herbst optisch hervorstechen. Er bildet eine sehr dichte Hecke, eignet sich als Wind- und Sichtschutz und liefert gleichzeitig Nüsse für Mensch und Tier.

MITTELHOHE HECKEN

Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) – Als heimisch wertvolles Gehölz kommt die Berberitze viel zu selten in unseren Gärten vor. Die kurzen Stacheln machen das Gehölz für Vögel als Nistplatz interessant. Die Vitamin-C reichen roten Früchte sind sowohl für Tiere als auch Menschen ein tolles Naschgehölz.  Sie verträgt Hitze und Trockenheit sehr gut und ist ein rundum unkompliziertes Gewächs.

Kornelkirsche (Cornus mas) – Sie ist ein biodiversitätsfördernder Großstrauch, der sich gut für eine Schnitthecke eignet. Die gelben Blüten sprießen auf dem mehrjährigen Holz und sind als eine der ersten Blüten nach dem Winter eine unersetzliche Nahrungsquelle für  viele Insekten. Die wohlschmeckenden  Früchte sind für Mensch und Tier ein Genuss. Achtung mit dem verwandten Cornus sanguineum, der durch seine leuchtend roten Triebe als dekorativer Strauch überzeugt. Dieser sollte nur mit einer Wurzelsperre gepflanzt werden, da er Wurzelausläufer bildet. Auch sie verträgt Hitze und Trockenheit sehr gut.

Eingriffeliger /Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna / Crataegus laevigata) – Als sehr robustes Gehölz bietet sich der Weißdorn an. Seine dekorativen weißen Blüten schmücken die Hecke im Mai und Juni und locken zahlreiche Insekten an. Die roten kleinen Früchte sind Nahrungsquelle für viele Vögel. Die Dornen des Weißdorns fungieren als Schutz, weshalb Vögel den Weißdorn als Nistplatz präferieren. Die gelbe Herbstfärbung lässt die Hecke auch in der grauen Jahreszeit strahlen. Trockenheit und Hitze erträgt der Weißdorn sehr gut. s

Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) – Das Pfaffenhütchen punktet vor allem mit den auffällig pink-orangenen Früchten sowie der leuchtend roten Herbstfärbung. Im Gegensatz zu den bereits vorgestellten Gehölzen freut sich das Pfaffenhütchen über feuchte und nährstoffreiche Böden. Auch Halbschatten begrüßt der Strauch durchaus.

Wacholder (Juniperus communis) – Der Wacholder kann als treuer Ersatz zur Thuje gewählt werden. Der immergrüne Strauch ist bei uns heimisch und wächst langsam, was bei Formhecken durchaus erwünscht ist. Speziell die Sorte ‚Hibernica‘ wächst säulenförmig und bleibt schmal. Als Standort bevorzugt der Wacholder einen durchlässigen Boden und sonnigen Standort. Er ist durchaus hitze- und trockenheitsresistent. Ein Rückschnitt bis in das alte Holz sollte vermieden werden.

Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare) – Er ist zwar keine Seltenheit unter den Heckenpflanzen, jedoch als heimische Pflanze durchaus wichtig für die Förderung der Biodiversität. Die weißen Blüten und die kleinen schwarzen Beeren sind Futterquellen für Insekten und Vögel. Er ist rasch und dicht wachsend und bleibt in milden Wintern auch grün. Auch einen starken Rückschnitt verträgt der Gewöhnliche Liguster gut. Er stellt keinen besonderen Anspruch an den Standort  und verträgt Hitze sowie Trockenheit.

Wolliger Schneeball (Viburnum lantana) – Bevorzugt man eine optisch wilde Hecke, eignet sich der Wollige Schneeball, dessen Neuaustrieb sehr stark sein kann, sehr gut. Der Rückschnitt sollte aufgrund der Blattgröße gezielt mit der Astschere gemacht werden. Alternativ muss man sich mit teilweise zerschnittenen Blättern am Gehölz zufrieden geben. Trockenheit und Hitze stören den Wolligen Schneeball kaum. Auch der verwandte Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus) kann als wilde Hecke gepflanzt werden. Beide Gehölze sind bei uns heimisch.

Prachtspiere (Spiraea vanhouttei) – Der üppig blühende Insektenmaget eignet sich gut als dichte und wilde Hecke. Die Prachtspiere wächst ideal auf lockerem und nährstoffreichem Boden auf sonnigem Standort und ist sehr unkompliziert. Der Schnitt erfolgt am besten einmal nach der Blüte. Dieser lässt auch eine starke Verjüngung durch starken Rückschnitt zu, wodurch die Blühfreude erhalten wird.

Schlehdorn (Prunus spinosa) – Der Schlehdorn ist ein heimisches Gehölz, das für Vögel und Insekten aufgrund der sehr frühen Blüte und lange am Strauch vorhandenen Beeren durchaus wertvoll ist. Aufgrund der langen Triebdornen ist für Menschen jedoch Vorsicht geboten. Die Standortauswahl sollte daher an weniger frequentierte Orte und nicht direkt angrenzend an einen Gehsteig, Sport- oder Spielplatz fallen. Grundsätzlich eignet sich der anspruchslose und gut schnittverträgliche Strauch sehr gut als naturbelassene Hecke. Regelmäßig geschnitten und dicht verzweigt kann eine Schlehdornhecke durch die üppigen Triebdornen sogar als Weidebegrenzung eingesetzt werden.

NIEDRIGE HECKEN

Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea) – Die eher unbekannte heimische Heckenkirsche eignet sich als niedrige Einfassungshecke. Sie ist schwachwüchsig und bevorzugt feuchte, saure Böden im Halbschatten bis Schatten. Sie bilden schöne weiße Blüten und essbare blaue Beeren.

Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum) – Die Alpen-Johannisbeere ist ein niedrig wachsendes, schnittverträgliches und anspruchsloses Gehölz, das zu dichten Einfassungshecken geschnitten werden kann. Die Blüten des heimischen Gehölzes sind eher unscheinbar, jedoch nicht unwesentlich für Insekten. Am besten wächst das Gehölz im nährstoffreichen und durchlässigen Boden in der Sonne oder im Halbschatten. Bei einem einmaligen Schnitt erhält man auch Früchte.

Purpurweide (Salix purpurea) – Die Sorte ‚Nana‘ ist eine kugelig wachsende Weide, welche sich in Reihe gepflanzt gut als Begrenzung eignet. Sie wirkt sehr buschig und locker, bedarf eines feuchten Standorts und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Ein jährlicher Rückschnitt im Winter sorgt für die Erhaltung des buschigen und dichten Habitus.

Immergrüner Spindelstrauch (Euonymus japonicus) – Eine verlässlich wachsende und niedrig bleibende Heckenpflanze ist der immergrüne Spindelstrauch. In verschiedenen Sorten kann durch ihn Farbe ins Spiel gebracht werden, von weiß- über gelbpannaschiertem oder rein dunkelgrünem Laub findet man einiges. Der Spindelstrauch ist gut schnittverträglich, freut sich über frischen, humosen Boden und verträgt Sonne bis Hablschatten.

Text: Susanna Dürr