450 Jahre Gärten und Pflanzensammlungen in Schönbrunn

1569 erwarb Kaiser Maximilian II. die Katterburg und legte damit den Grundstein für den Schlosspark Schönbrunn mit seinen bedeutenden Pflanzensammlungen. Anfangs auf Pflanzen aus Europa und dem Vorderen Orient begrenzt, entstanden bald umfangreiche Sammlungen. Im 18. und 19. Jahrhundert reisten Gärtner und Botaniker im Auftrag der Habsburger in ferne Länder, um große Mengen neuer Pflanzen nach Wien zu bringen. Auch durch ein über ganz Europa und darüber hinaus dicht gespanntes Netzwerk von Botanikern, Gärtnern, Pflanzenliebhabern und Gesandten wurden die Sammlungen durch Tausch und Ankauf permanent vergrößert. Zunächst waren sie im Holländisch Botanischen Garten in Schönbrunn untergebracht, später aus Platzgründen auch im Augarten, im Belvedere und im Hofburggarten.

Die botanischen Bestände waren Statussymbol, aber auch lebendes Museum und bildeten ursprünglich eine Einheit mit allen kaiserlichen Sammlungen. Vor 100 Jahren ging die Sammlung in das Eigentum der Republik Österreich über und wird heute unter historischen, gartendenkmalpflegerischen und botanisch-wissenschaftlichen Aspekten als Ex-Situ-Artenschutzzentrum fortgeführt. Die Pflanzen werden für Forschungszwecke genutzt, schmücken die öffentlich zugänglichen Schauhäuser und Spezialgärten und unterstehen zum Teil nationalen und internationalen Artenschutzabkommen.

Während der Gartensaison 2019 präsentieren die Österreichischen Bundesgärten, auch in Kooperation mit der ÖGG, den Besucherinnen und Besuchern diese außergewöhnliche Botanische Sammlung an besonderen Orten.

  • Äpfel, Birnen und Karotten für den Kaiser – Die Küchengärten: 11. bis 13. Oktober 2019 (https://wienerherbsttage.at)
  • Pflanzenjäger im Auftrag des Kaisers – Die kaiserlichen Hofgärtner auf Reisen: 4. bis 27. Oktober 2019

Nähere Informationen zu den Ausstellungen finden Sie unter: http://www.bundesgaerten.at/gruene-schatzkammer.html