Reisen 2016-12-07T13:42:39+00:00

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Gärtner versuchten seit Jahrhunderten bedeutende Anlagen zu besuchen und oft für eine Zeit lang dort zu arbeiten, um ihre Kenntnisse zu erweitern und Kontakte zu knüpfen. Die k. k. Gartenbau-Gesellschaft vergab seit dem Ende des 19. Jahrhunderts dank der finanziellen Unterstützung durch das k. k. Ackerbau-Ministerium „in der Praxis gestandenen und theoretisch vorgebildeten Gärtnergehilfen“ einjährige Reisestipendium ins In- oder Ausland zur Fortbildung.

Im Jahr 1912 fand die erste Studienreise der k. k. Gartenbau-Gesellschaft statt. Ziel der zehntägigen Reise im Mai 1912 mit 100 Teilnehmern war der Besuch bei der Schwesterorganisation, der „Royal Horticultural Society“, sowie der „International Horticultural Exhibition“ in London. Wichtiges Anliegen dabei war, dass auch Gärtnergesellen an diesen Reisen teilnehmen konnten, da der Fortbildungsgedanke im Vordergrund stand. Weil die Gärtner sich derartige Reisen in der Regel nicht leisten konnten, bemühte sich die Gesellschaft einerseits um Stipendien, andererseits darum, dass die Dienstgeber ihren angestellten Gärtnern die Reise finanzierten.

Unter der Leitung des Generalsekretärs Fritz Kratochwjle fand 1926 die zweite Studienreise der ÖGG anlässlich der Jubiläums-Gartenbau-Ausstellung der Dresdner „Flora“, sächsische Gesellschaft für Botanik und Gartenbau, statt. 85 Teilnehmer reisten über Prag nach Dresden. Zwei Jahre später besuchten 80 Reisende unter der Leitung von Präsident Fritz Rottenberger Gärten, Gartenbaubetriebe sowie Gartenbauschulen in Bamberg, Aussig, Dresden, Erfurt und Weimar. Aufgrund des Erfolges dieser beiden Reisen führte die ÖGG in den folgenden Jahren weitere Studienfahrten durch: 1929 zur „Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung“ nach Essen sowie nach Hamburg, 1931 nach Prag, Quedlinburg, Sangershausen, Berlin und Potsdam, 1933 nach Salzburg und Gmunden, 1936 zur Reichsgartenschau nach Dresden sowie 1937 zur Weltausstellung nach Paris. Das Besichtigungsprogramm war aus heutiger Sicht äußerst dicht gedrängt, zum Teil wurden am Tag bis zu acht Betriebe besucht. Bei allen Fahrten lag ein Schwerpunkt auf dem Besuch von Erwerbsgartenbaubetrieben, da der Fortbildungsgedanke im Vordergrund stand und möglichst viele Erkenntnisse für die Verbesserung des österreichischen Gartenbaues gewonnen werden sollten.

In den 1960er Jahren wurden die Reisen der ÖGG sehr erfolgreich wieder aufgenommen.

Heute sind die Reisen ein wichtiger Bestandteil des Angebotes der ÖGG. Die ÖGG bietet jedes Jahr Fahrten zu gärtnerisch interessanten Zielen in ganz Europa an. Seit einigen Jahren liegt ein Schwerpunkt auf Englandreisen.

Die aktuellen Reiseangebote finden Sie unter: http://www.oegg.or.at/schwerpunkte/gartenreisen/