Götterbaum

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Götterbaum

Ailanthus altissima

Der Götterbaum ist eine schnellwüchsige, äußerst genügsame Baumart aus China. Er breitet sich über flugfähige Samen aus und keimt in kleinsten Ritzen und Fugen. Schneidet man den Götterbaum um, treibt er aus dem Wurzelstock reichlich wieder aus. Im besiedelten Bereich können die Sämlinge erhebliche Bauschäden verursachen. In der freien Landschaft erobert er zusehends naturschutzfachlich wertvolle Flächen. Die Bekämpfung ist sehr zeit- und arbeitsintensiv.

Ailanthus altissima

Götterbaum-Jungwuchs entlang einer Wiener Bahnlinie. Solche Bestände richten zunächst keine Schäden an. Hier wachsen allerdings zukünftige Spender von reichlichem Samenmaterial heran.

Der Götterbaum stammt aus China. Seit ca. 1850 wurde er in Österreich als Zier- und Forstbaum kultiviert. Als Besiedler von Ruderalstandorten in warmen Gebieten hat er sich auf den Trümmerschuttflächen in Wien nach 1945 besonders stark ausgebreitet.

Für die Stadt Wien ist er insofern von besonderer Bedeutung, als die erste Bepflanzung der Ringstraße 1860 mit Götterbäumen erfolgte. Bis 2005 stand am Ring ein letztes Exemplar. Ein weiterer Götterbaum, der über einen Universum-Film mediale Berühmtheit erlangte, wächst unmittelbar an der Fassade des Wiener Stephansdoms.

Der Verbreitungsschwerpunkt liegt an Ruderalstellen wie Ruinen oder Pflasterritzen. Aber auch in Halbtrockenrasen und im Auwald gedeiht er gut. Heiße, trockene Standorte werden genauso besiedelt wie gewässernahe Bereiche, die kurzfristig auch überflutet werden.

Erwachsener Götterbaum in der Wiener Innenstadt. Seine Nachkommen haben sich schon in der nächsten Pflasterritze etabliert. Hier ist schnelles Handeln angebracht.

Erwachsener Götterbaum in der Wiener Innenstadt. Seine Nachkommen haben sich schon in der nächsten Pflasterritze etabliert. Hier ist schnelles Handeln angebracht.

In Städten ist eine weitere Ausbreitung des Götterbaums zwar aus naturschutzfachlicher Sicht unbedenklich. Da der Baum jedoch an trocken-warmen Standorten sehr konkurrenzstark ist, kann er durch sein Dickenwachstum erhebliche Schäden an Gebäuden verursachen und damit volkswirtschaftlich relevante Schäden verursachen.

In der freien Landschaft stellt er dort ein Problem dar, wo er in naturnahe Biotoptypen eindringt. Die flugfähigen Früchte können vom Wind weit von den fruchtenden Bäumen verfrachtet werden. So erobert er zunehmend auch wertvolle Trockenstandorte und auch Auwälder.

Eine Bekämpfung ist außerordentlich aufwändig, da die Bäume nur durch Ringelung erfolgreich zum Absterben gebracht werden können. Im Nationalpark Donau-Auen brachten Ringelungsversuche gute Ergebnisse. Eine Rodung ohne Ringelung bewirkt die Ausbildung von Wurzelschösslingen.

Von einer weiteren Verwendung als Ziergehölz oder als forstliches Nutzholz wird abgeraten. Als mögliche Alternativen für die Verwendung des Götterbaums als Ziergehölz werden die Gewöhnliche Esche oder die Blumen-Esche vorgeschlagen.

Waldsaum im NSG Hainburger Berge mit Vorkommen von Rote-Liste Arten. Innerhalb der Markierung ein junger Götterbaum: auch hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Waldsaum im NSG Hainburger Berge mit Vorkommen von Rote-Liste Arten. Innerhalb der Markierung ein junger Götterbaum: auch hier besteht dringender Handlungsbedarf.

2016-12-07T13:43:04+00:00