Fachtag Gartentherapie 2010

//Fachtag Gartentherapie 2010

Fachtag Gartentherapie 2010

12777Der  Fachtag Gartentherapie 2010 der Österreichischen Gartenbau-Gesellschaft setzte sich erstmals mit dem Thema der pflanzen- und tiergestützten Therapie in der Landwirtschaft, aber auch in betreuten Werkstätten auseinander.

Impressionen vom Fachtag 2010

Nahezu 100 Teilnehmer aus ganz Österreich konnten sich im freundlichen Ambiente der HFLS Elmberg über die vielen Aspekte des Green Care informieren und fachlich austauschen.

Unter „Green Care“, für das es keinen eindeutigen deutschen Begriff gibt, wird auch  „Zuhilfenahme von landwirtschaftlichen Betrieben zur Förderung von geistiger und körperlicher Gesundheit“ verstanden.
Einerseits muss der Gesundheits- oder Sozialsektor nach kostengünstigen Alternativen suchen. Andererseits ist die Agrarwirtschaft einem Strukturwandel (Globalisierung etc.) unterworfen und muss sich um alternative Aufgabengebiet umsehen. Aus beiden Ansprüchen ergibt sich logischerweise der Einsatz von „Green Care in Agriculture“.

Über die Möglichkeiten und Erfahrungen der Arbeit in diesem Bereich wurde am Fachtag informiert und diskutiert.

Erfahrungen aus Deutschland brachte uns Dr. Robert Hermanowski von FiBL Deutschland in seinem Vortrag „Alles im Grünen Bereich: Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und im Gartenbau in Werkstätten für behinderte Menschen in Deutschland“ näher.

Wie weit Green Care in Österreich gediehen ist und wie der Aufbau eines Netzwerkes und einer Beratungsplattform vor sich geht, berichteten Dr. Doris Haubenhofer und Rektor Dr. Thomas Haase von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik.

Frau Michaela Aufreiter vom Kräuterhof Aufreiter erzählte mitreißend wie auf einem Bauernhof der landwirtschaftliche Betrieb und zusätzliche Angebote aus dem weiten Feld des Green Care funktionieren können.

Als kurzes Resümee der anschließenden Podiumsdiskussion kann man sagen:

  • Ein Bauernhof soll ein landwirtschaflticher Betrieb bleiben, auch wenn er zusätzliche Aufgaben erfüllt, und sein Haupteinkommen aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit ziehen.
  • Die Art und Weise, in wie weit betreutes Wohnen auf einem Bauernhof durchgeführt wird, ist sehr sensibel zu sehen und hängt auch stark von den Familienstrukturen der Landwirtfamilien ab. Es muss aber auch Auffangnetze und alternative Möglichkeiten geben, um die Familien zu unterstützen.
  • Die Bedeutung einer Beratungsplattform für Landwirte, die auf ihrem Betrieb auch „Green Care“ anbieten wollen, zeigt sich ganz stark. Oft spielt bei dem Wunsch, in diesem Bereich tätig zu werden, die therapeutische Ausbildung der Frauen, die in einen Betrieb eingeheiratet haben, eine große Rolle.

Die Nachmittagsseminare boten Einblicke in die tiergestütze Therapie (Dr. Silke Scholl, ÖKL), vertiefende Einblicke in die Beispielbetriebe aus Deutschland – Grüne Werkstätten (Dr. Robert Hermanowski, FiBL) und zeigte Motive, Herausforderungen und die Rolle sozialer Netzwerke für die Implementierung von „social farming“ (Dr. Renate Renner) auf. Im äußerst aktiven Workshop von DI MA Andrea Sieber und DI MA Stefan Scholz unter dem Titel „Chancen und Herausforderungen in der Fähigkeitsentwicklung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Gartenprojekten“ konnten einige der Geräte, die für Menschen mit Beeinträchtigungen konzipiert sind, ausprobiert und dabei die eigenen Fähigkeiten beim Anleiten zur Arbeit erprobt werden.

DI Eva Thun-Täubert (Text und alle Bilder)

2016-12-07T13:43:03+00:00